Bandscheibenvorfall - Neurochirurgie und Wirbelsäulenchirurgie OA DDr. Manuel Mrfka

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Bandscheibenvorfall

Informationen zu Erkrankungen > Wirbelsäulenchirurgie
 
Die konservative und operative Behandlung des lumbalen Bandscheibenvorfalls gehört zur täglichen Routine des Neurochirurgen.
Zirka 70 % der Bevölkerung haben zumindest einmal im Leben relevante Rückenschmerzen.
Am häufigsten tritt der Vorfall im Alter zwischen 45 bis 55 Jahren auf. Betroffen kann jedoch jede Altersgruppe sein. Auch bei Kindern kommt er in ca. 2% vor.


Bandscheibenvorfall an der Lendenwirbelsäule / Brustwirbelsäule

Beim lumbalen Bandscheibenvorfall handelt es sich um einen Austritt des weichen Gallertkern (Nucleus-pulposus) durch den Faserring (Anulus fibrosus) mit Irritation der neuralen Strukturen.

Der Grund für solch einen Austritt sind meist multifaktorielle Prozesse, bei denen neben biochemischen und biomechanischen Faktoren auch entzündliche Reaktionen und genetische Einflüsse eine Rolle spielen.

Bandscheibenvorfälle können intraspinal, intraforaminal oder extraforaminal auftreten und so unterschiedliche klinische und neurologische Beschwerden hervorrufen.

Symptome:
Die typische Symptomatik beinhaltet eine oder mehrerer folgender Kompenten:
Rückenschmerzen
ausstrahlende (radikuläre) Schmerzen, Hypästhesien (Taubheit) oder Parästhesien (Mißempfindungen)
positiver Nervendehnungsschmerz (Laségue)
Verstärkung der Schmerzen beim Niesen oder Pressen

In weiterer Folge können auch Paresen (Schwächen) von Muskelgruppen und/oder Blasen- Mastdarmstörungen auftreten.

Behandlung:
Bei akut auftretenden Rückenschmerzen mit oder ohne Ausstrahlung, jedoch ohne Paresen ist immer eine konservative Schmerztherapie und Physiotherapie gerechtfertigt. In 85% klingen die Schmerzen dadurch in den ersten 4-6 Wochen ab.
Bei weiter Bestehen ist eine neurologische/neurochirurgische weitere Abklärung erforderlich, wobei eine Magnetresonanztomographie heute die Standarduntersuchung darstellt. Ergänzend können Röntgen- oder CT Aufnahmen erforderlich sein.
Danach entscheidet sich das weitere Vorgehen. Nicht in allen fällen endet dies zwingend in einer Operation. Es gibt auch weiterführende Therapiemöglichkeiten.

Bei Paresen oder/und Blasen-Mastdarmstörungen ist eine rasche Abklärung beim Facharzt für Neurologie oder Neurochirurgie dringend anzuraten, da hier auch Folgeschäden möglich sind.

Operative Therapien sind bei einer Korrelation von morphologischen und klinischen Befund sehr vielversprechend und gehören zur täglichen Routine des Neurochirurgen.
Die Standard-Operation ist eine mikrochirurgische Entfernung des Bandscheibenvorfalls in Vollnarkose. Der Eingriff dauert ca. 30-45 min. Der Stationäre Aufenthalt beträgt zirka 5 Tage.
Andere operative Verfahren können im Einzelfall zur Anwendung kommen (Endoskopie, Chemonukleolyse etc.)




mikrochirurgischer Zugang (Hautschnitt ca. 3-4cm)

Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule


Beim zervikalen Bandscheibenvorfall kommt es zum Austritt von Nucleus-pulposus-Gewebe (Gallertkern) über einen Riss des Anulus fibrosus mit Irritation oder Kompression der nervalen Strukturen.

Symptome:
Symptomatisch im Vordergrund stehen Schulter-Nacken-Schmerzen. Diese führen zu Fehlhaltung und Muskelverspannungen. Zusätzlich kommt es zu ausstrahlenden Schmerzen in den Arm bis in die Finger (je nach Höhe des Bandscheibenvorfalls unterschiedlich). Begleitend ist meist ein Missempfinden der Haut (bamstig, kribbeln). Neben diesen Symptomen ist besonders auf einen Kraftverlust bestimmter Arm- und Handmuskeln zu achten (Paresen).
Sollte der Bandscheibenvorfall das Rückenmark komprimieren, kann es auch zu Myelopathiezeichen (Gangstörungen, Blasenstörungen) kommen.

Behandlung:
Wenn keine Paresen oder Myelopathiezeichen vorliegen, ist vor der weiteren bildgebenden Abklärung immer ein konservativer Schmerztherapieversuch gerechtfertigt!
Erst wenn unter dieser Therapie nach 14 Tagen keine Besserung eintritt, ist die weitere Abklärung notwendig.

Diese beinhaltet vor allem eine MRT Untersuchung der Halswirbelsäule. Die CT Untersuchung ist nur mehr in Ausnahmefällen notwendig. Ergänzend ist eine Röntgenuntersuchung.

Die konservative Therapie besteht in Gabe von Antiphlogistika und Analgetika nach einem WHO Stufenschema. Ergänzend können Myotonolytika zur Senkung des Muskeltonus verabreicht werden. Die Langzeitgabe von morphinhaltigen Sustanzen ist kritisch zu Bewerten und sollte nur durchgeführt werden, wenn ein operativer Eingriff nicht möglich ist.
Begleitend können Reizstromtherapie, Fangopackungen, Wärmeapplikationen, Infiltrationen etc. durchgeführt werden.
Sollte die konservative Therapie in 8 Wochen keine Erfolge zeigen, ist eine Operation bei passender Klinik und Bildgebung anzudenken. Bei hochgradigen Paresen oder Myelopathiezeichen ist eine ehebaldigste Operation anzuraten.

Operationstechniken:
Vordere Eingriffe mit Fusion oder Einbringen eines beweglichen Implantats

Hierzu wird am Hals ein kleiner Hautschnitt angelegt und über diesen die betroffene Bandscheibe und der Vorfall entfernt. Anstatt der Bandscheibe ist das Einbringen eines Interponats notwendig. Dieses ist Standardmäßig fixiert und führt zu Fusion. Unter besonderen Voraussetzungen kann es beweglich sein.
Verschraubbarer Fixierter Cage


Hintere Eingriffe werden bei Einengungen des Austrittskanals des Nerven oder bei aussen gelegenen (lateralen) Bandscheibenvorfällen angewandt. Dazu wird am Nacken in der mittellinie ein kleiner (3-4cm) Hautschnitt angelegt und unter Schonung der Nackenmuskeln der Vorfall mikrochirurgisch entfernt oder das Neuroforamen erweitert.

Video Bandscheibenoperation (Schematisch)
Schematischer Überblick über die Mikrochirurgische Bandscheibenoperation
Video zur vorderen Bandscheibenoperation an der HWS
Schematischer Überblick zur vorderen Bandscheibenoperation an der Halswirbelsäule
 Mürzzuschlag       Raaba-Grambach bei Graz
Telefon: 0660/45 96 991
 
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